Montag, 18. Oktober 2010

UNREAL!! Surfen in Seal Rocks

Ein weiteres Abenteuer liegt hinter mir. Am Wochenende war ich gemeinsam mit Linda in Seal Rocks zum Surfen! Seal Rocks liegt etwa 300 km (3,5 Stunden Busfahrt) noerdlich von Sydney und ist einer der oestlichsten Orte Australiens. Ein wunderschones Fleckchen Erde!
Angefangen hat alles mit einer weiteren "Famil"-Einladung (wie schon bei meinem Ausflug ins Hunter Valley) die mir im Hostel in die Hand gedrueckt wurde. Fuer 49 Dollar ein ganzes Wochenende lang der Stadt entfliehen, neue Menschen treffen, neue Orte angucken und nebenbei noch Surfen lernen?? Da musste ich gar nicht lange nachdenken. Ich hab direkt am Abend Linda gefragt ob sie sich vorstellen koennte mitzukommen und direkt am naechsten Tag gebucht!
Freitag Abend gings los. Wir warteten vor der riesigen Jugendherberge "Sydney Central" auf den Bus, der uns nach Seal Rocks bringen sollte. Es dauerte nicht lange und ein Kleinbus mit "WAVE surfschool"- Aufschrift fuhr vor, dem ein gut gelaunter "Dude" namens Mark entsprang.
Mit insgesamt 10 gutgelaunten Menschen aus aller Welt (u.a. Schottland, Jordanien, Amerika) gings los. Kurzer Stop am Bottleshop (Zitat Mark: "Leute - ihr muesst wissen: der Tag eines Surfers teilt sich in 2 Phasen: Surfen und Trinken") und los gings Richtung Camp.
Da Mark sich im Dunklen nicht mehr so ganz an den Weg erinnern konnte :), kamen wir erst recht spaet im Camp an.

Da fielen wir dann so gleich ins Bett, da um 7.15h der Wecker klingeln sollte...Noch ziemlich verschlafen kämpften wir uns am nächsten Morgen aus den Federn und staunten nicht schlecht als es a) kein Wasser und keinen Strom gab (was beides erwiesenermaßen am Abend zuvor noch einwandfrei funktionierte) und b) 2 Pferde vor unserem großen Verandafenster standen und uns anstarrten :) Ein Sturm in der Nacht hatte uns vom Stromnetz der Region getrennt. Eric (Ekker) unser Surflehrer versprach aber, dass das Problem bis zum Abend behoben sei.
Also putzten wir uns mit Trinkwasser aus Flaschen die Zähne und öffneten todesmutig das große Schiebefenster zur Veranda. Die Pferde erwiesen sich als neugierig aber freundlich und so traten wir unseren Weg zum Haupthaus an in dem das Frühstück serviert werden sollte. Die Pferde folgten uns und schauten uns neidisch beim frühstücken zu.

Dann gings zum Boardschuppen wo jeder mit Surfbrett und Wetsuit versorgt wurde. Fröhlich bestiegen wir bei bestem Wetter den Bus und los gings zur Elizabeth Bay. Auf dem Weg dorthin hielten wir in traumhaft schönen Buchten an. Da sich aber der Sturm noch nicht vollständig gelegt hatte, waren die Wellen in den meisten Buchten noch zu groß für uns blutige Anfänger. Doch wir fanden eine geeignete Stelle und schmissen uns, nach peinlichen Trockenübungen am Strand, fast furchtlos in die Brandung...und siehe da: Surfen ist nicht so leicht wie es immer aussieht!

Kurz vor der Mittagspause hab ich es dann EINMAL geschafft: Mark schwamm hinter mir im Wasser und sagte dann: los, jetzt paddeln! Ich schieb dich an! Hier kommt DEINE Welle :) Also schwang ich mich aufs Board, paddelte als wenns um mein Leben ging (man muss eigentlich nur an einen Hai hinter sich denken, dann geht’s ganz gut ;)) drückte mich vom Board hoch, Fuß 1 nach vorn, Fuß 2 nach vorn...TADAAA: Ich stand für 2 Sekunden auf meinem Brett und surfte auf einer Welle gen Strand...großartig! Dann gab es Sandwiches für alle auf einer der „Gratis-Grill-Möglichkeiten“ die sich hier überall finden. Alle fielen über das Essen her..

Während wir spiesen zeigte Mark auf einmal ins Gebüsch das verdächtig raschelte. Heraustrat eine circa 1,5 Meter lange Riesenechse. Schwarz mit gelben Punkten! Mein erster Gedanke: Wo ist denn hier der Zaun? Ich fühlte mich nämlich als wär ich im Zoo! Die Echse beachtete uns gar nicht und spazierte unbeeindruckt weiter. Ich war jedoch nachdrücklich beeindruckt!

Nach dem Essen gings dann kurz nochmal ins Wasser bis Ekker und Mark beschlossen nochmal die Bucht zu wechseln. Die mit den heißen Duschen ließen wir ob der hohen Wellen wieder links liegen und fuhren zu einer Bucht deren Wellen für meinen Geschmack immer noch zu hoch waren und die zu allem Überfluss links mit rauhen Felsen begrenzt war. Ekker fand den Ort aber geradezu ideal um uns beizubringen wie man mit Board rauspaddelt (hinter den Whitewash) um dann eine ungebrochene Welle zu reiten (haha- wenn auch nicht das surfen selbst aber den Surfslang hab ich schon drauf!). Ein Teil warf sich furchtlos ins Wasser, ich stand jedoch mit einigen Mädels zögernd am Strand. Die Sonne war weg und das Wasser war dunkel und bedrohlich. Als Mark mich aber aufmunternd anlächelte und sagte: Na los!! Du machst das schon! Schnappte ich mir mein Board und begann zu paddeln. Und dann konnte ich auch direkt Gelerntes anwenden: Eine mittelgroße Welle kam auf mich zu. In meinem Kopf ratterte es. Mittelgroß = Arme unter die Brust und durchstrecken um über die Welle zu kommen...das klappte einwandfrei. Was ich nicht sah war die Riesenwelle, die mich direkt dahinter erwartete. Theorie hätte ich auch für diese im Angebot gehabt: einfach mit ner Eskimorolle durchtauchen (linke Hand nach vorn an den Rand, rechte auf Höhe der Hüfte, rechtes Bein nach oben bringen und am Brett hängend durch die Welle tauchen, danach zurück rollen) – doch für Theorie und deren Umsetzung war keine Zeit. Die Welle erfasste mich, warf mich vom Brett, das Brett das mit nem Band an meinem rechten Fuß befestigt war befand sich auf einmal 1,5 Meter von mir weg und unter mir nur bodenlose schwarze See...

Panik erfasste mich...die Wellen peitschten weiter, die Felsen kamen näher...ich zog mein Board an mich ran und hangelte mich hoch. Der erste Versuch schlug fehl. Irgendwie schaffte ich es aber mich wieder hoch zu ziehen. Mitte finden gerade hinlegen und paddeln..Ich hatte jeden Gedanke an Surfen verworfen und wollte eigentlich nur wieder an Land...Ich paddelte wie verrückt und hatte das Gefühl dem Strand kein Stückchen näher zu kommen. Die nächste große Welle erfasste mich von hinten und warf mich erneut vom Brett. Ich will zu meiner MAMA!!! Ruhig bleiben, wieder hochziehen, weiterpaddeln....Völlig fertig erreichte ich Minuten später den Strand. Keuchend zog ich mein Board aus dem Wasser, ließ mich in den Sand sinken und musste vor Erleichterung erstmal ein Tränchen verdrücken. Merke: Surfen bei Sonne im seichten, klaren Wasser ist großartig! Surfen bei grauem Himmel in haiverseuchten (wir haben nicht einen gesehen, aber KOPFKINO!!) Gewässern mit Felsen ist eher nicht so meins...

Dann gings nach Hause ins Camp wo wir tatsächlich heiße Duschen (Wasser und Strom wieder da) vorfanden. Nach dem Abendessen kam dann die unvermeidliche Party mit Surfcamp-Spezial-Sangria, dem wir gehörig frönten.

Muß ich erwähnen dass das Aufstehen am nächsten Morgen doch recht schwer fiel? Aber wir waren ja zum Surfen da...also wieder Bretter und Anzüge aus dem Schuppen geholt und ab in den Bus. Nach meinem etwas traumatisierenden Erlebnis am Samstag Nachmittag und in Anbetracht meines Sangria-Katers, sah ich dem Surfvergnügen mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber beim Anblick der Bucht von Seal Rocks schlug mein Herz dann wieder höher! Ein Traum in Grün-Weiß-Türkis...

Die Sonne war da, das seichte Wasser auch. Während der unvermeidlichen Trockenübungen am Strand schwammen drei Delphine in höchsten 10 Metern Abstand an uns vorbei und am Horizont sah man einen Buckelwal fröhlich herumplanschen...Ich hätt heulen können vor Glück! Genauso hab ichs mir immer vorgestellt! Australien – ich liebe Dich!!

Also hab ichs dann nochmal gewagt und mich in die freundlichen Wellen geschmissen. Da aber mein Körper nicht so wollte wie ich (Muskel- und anderer Kater deluxe!) stellte ich meine Surfbemühungen dann schnell wieder ein und lag mit Linda am Strand in der Sonne...Mittagessen wurde diesmal stilecht auf einem abgesägten, halben Surfbrett auf dem Parkplatz neben unserem Bus serviert...lecker! Gegen zwei Uhr hieß es dann Abschied nehmen vom Traumstrand, denn ein Teil der Truppe musste noch nach Canberra zurück (circa 6 Stunden Busfahrt).

Versalzt und versandet und müde wurden wir dann mit dem Bus nach Sydney zurückgefahren.

Das ganze Wochenende war, um es mit Ekkers Worten zu sagen: UNREAL!! Einfach zu schön um wahr zu sein!

Freitag, 17. September 2010

Hunter Valley

Es ist passiert! Ich habe Sydney verlassen...wenn auch nur für einen Tag :)
Am Mittwoch wars soweit. Dank meines Rezeptionsjobs wurde mir die Ehre zuteil an einem sogenannten 'famil' teilzunehmen. Das ist eine Art Werbeveranstaltung für "Geschäftskunden"...Die Reiseveranstalter laden Hotel- und Hostelmenschen ein an einer Tour teilzunehmen, damit sie hinterher besser Werbung machen können. Also eine win-win-Situation :)
Um viertel vor acht morgens gings los. Der Reisebus holte mich am Haupteingang des YHA Central ab. Mit einem Bus voller "Fremden" ging es dann los. Das erste Highlight war die Fahrt mit dem Reisebus über die Harbourbridge! Jetzt bin ich schon soo lange hier und hab es noch nicht geschafft über die berühmte Brücke zu fahren. Es dauerte eine ganze Weile bis wir aus Sydney raus waren, aber danach wurde es auch umgehend ländlich. Zweites Highlight: lebendige Wallabies! Einfach so auf der Wiese direkt neben der Straße. Toll! Eine tolle Fahrt durch unendliche Weiten..ab und an mal eine umzäunte Weide...sonderliche Pflanzen und Blüten am Wegrand. Ich hab mich gefühlt wie in die Fernsehserie McLeods Töchter versetzt :) Und dann: wohin man sieht WEINBERGE!
Das Hunter Valley ist eine der bekanntesten Weingegenden von Australien. Prozentual gesehen kommen wohl nur unter 10% der in Australien produzierten Weine aus der Gegend dafür aber über 30% der qualitativ besten Weine. Jess und Peggy, unsere Reiseführerinnen, plauderten abwechselnd fröhlich ins Mikro und ab und an gab auch Greg, unser Busfahrer, einen genuschelten Kommentar zu Gegend und Geschichte von sich. Noch während der Fahrt sollten wir Teams bilden und bekamen eine Umschlag in die Hand gedrückt. Darin befanden sich Fragebögen...die Antworten sollten wir im Laufe des Tages zusammensammeln und die Bögen am Ende abgeben. Der erste Stop unserer "Butterfahrt" war Wollombi. Ein historisches Dörfchen mit einem kleinen Pub in dem es ein kleines Frühstück für uns gab (Tee, Kaffee und Scones mit Marmelade und Clotted Cream-Yummy!) und den berühmten Dr. Jurds Jungle Juice! Nachdem ich erfahren hatte um was es sich dabei 'historisch' handelte, verging mir die Lust daran ihn zu testen:
"Legend has it that Mel, in his efforts to keep costs down and revenues up would save all the leftovers from the night before and pour them into a single container. Port, brandy, wine, you name it, Mel saved them all and experimented with various brewing techniques. Dr. Jurd's Jungle Juice was created." (für näher Interessierte: http://www.wollombitavern.com.au/DrJurd/index.htm).
Danach gings zum ersten Weingut (Mount Pleasant) wo wir peinliche neonorange Sicherheitswesten tragend erst am Weinberg standen und etwas zum den dort angeplanzten Rebsorten erfuhren und dann im Schnelldurchlauf einige Infos zum Keltern erhielten. Abgerundet wurde der Besuch mit einem äußerst leckeren Mittagessen mit Weinprobe.
Gut gesättigt gings weiter zu Lindeman´s. Da gab es eine große Weinprobe, nach der ich schon ein bisschen beschwipst war. Witzig war, dass der erste meiner Meinung nach richtig "gute" Rotwein von allen anderen Anwesenden als "way too strong" eingestuft wurde...mein Fazit: Australier trinken Plörre und sind nix Gutes gewöhnt :)
Abschluss des Tages war ein kurzer Besuch im Hunter Valley Village (ein Touristendorf mit kleinen Souvenir und Delikatessenläden) und den angrenzenden Hunter Valley Gardens, wo wir eine Art Schnitzeljagd gemacht haben. Das fand ich zunächst sehr albern, aber nachdem man sich drauf eingelassen hat wars ganz witzig und mein Team hat den 2. Platz belegt und ne Tüte Süßkram abgestaubt :) Auf der Busfahrt nach Hause wurden dann noch unsere "Fragebögen" ausgewertet und diesmal hatten wir tatsächlich die Nase vorn. Der 1.Platz wurde belohnt mit einem Piccolo Hunter Valley Sekt, Chilischokolade aus dem Delikatessenladen und einer zusammenfaltbaren Frisbee-Scheibe...na wenn das mal keine Ausbeute ist!
Erschöpft und zufrieden wurde ich dann abends wieder am Treffpunkt abgesetzt! Ein wirklich schöner Ausflug.

Montag, 30. August 2010

Das "Cine" - der ganz normale Gastro-Wahnsinn

Mir fiel auf, dass ich mein Blog ganz schoen vernachlaessigt habe....Es ist aber auch in letzter Zeit nicht sooo viel Aufregendes passiert ueber das es sich zu berichten lohnen wuerde (ist meine Grammatik schon wirr? Hab jetzt 3x die Wortabfolge geaendert und bin vollends verunsichert...).
Aber ich dachte mir, ich koennte ja mal ueber meinen Zweitjob berichten.
Das Cine (ein italienisches Restaurant) befindet sich mitten im sogenannten Entertainment Quarter. Das ist ein riesiges Gelaende auf dem sich auch ein 3D Kino, der "Cricket Ground", das "Football-Stadium" und eben sehr viel Gastronomieeinrichtungen befinden. Linda hat mich mitgenommen und mir den Job dort verschafft. Ich hatte mir ja eigentlich geschworen nie mehr in der Gastronomie zu arbeiten, aber Geld ist Geld vorallem hier in Australien. Ehrlich! Ich hab mir noch nie in meinem Leben so viel Gedanken um Geld gemacht und dieses Thema hat noch nie so sehr mein Leben bestimmt...Im Hostel geht es um nichts anderes. Jeder sucht Jobs, plant, spart oder eben nicht (weil a) Sydney sehr teuer ist und b) sparen grundsaetzlich mit sich zusammen reissen und entbehrungen auf sich nehmen zu tun hat) und beschwert sich dann...ein ewiger Kreislauf...Jedenfalls dachte ich so bei mir, dass ein paar extra Dollar den Reiseplaenen sehr entgegenkaemen. Nach einem 6,5 stuendigen unbezahlten (!!) Probearbeiten hatte ich den Job in der Tasche...Also stuerzt man sich dann samstags abends zusaetzlich zum Hosteljob ins geschaeftige "Restauranttreiben". Und wer haetts gedacht? Es begann gerade mir richtig Spass zu machen. Ich hab mich dran gewoehnt Kat genannt zu werden (Katrin bekommen die hier nicht auf die Reihe, deshalb haben wir uns auf Kat geeinigt...am Anfang hab ich einfach nicht reagiert weil ich mich sowas von nicht angesprochen gefuehlt ab, aber mittlerweile gehts :)) und ich hatte endlich das Menu und die Getraenke drauf und wusste was ich den Menschlein da so vorsetze und jetzt? Jetzt hat kuerzlich der Besitzer gewechselt... neuer Chefkoch, neues Management, neue Speise- und Getraenkekarte :( Sogar die Pizzen sehen jetzt anders aus und man beginnt wieder zu raetseln und so Sachen zu sagen wie: hat hier irgenwer ne Pizza mit....Sekunde...aeh..ich glaub Salami und Fetakaese -oder so? -bestellt?? Sowas von nervig....und dann hat auch noch der ausserst niedliche Koch aufgehoert, der mir sonst meine Abende dort versuesste...hach...Doug! Dunkelblonde wuschelige Haare, stahlblaue strahlende Augen und kochmuetzenbedingt abstehende Ohren :) toll...wenn der sagte: " Kat can you run this Penne Boscaiola and a Fett Gam (Fettucine Gamberesi- hat auch gedauert bis ich die Abkuerzungen drauf hatte) to table 81?! Dann dachte ich jedesmal: ach fuer dich renn ich auch bis ans Ende der Welt ;))..aber kein Doug mehr...seufz...
Der Besitzerwechsel hatte aber auch was Gutes: am letzten Abend unter altem Management, wir warteten seit 1,5 Stunden auf unser Geld und wurden langsam quengelig, sagt der alte Chef irgendwann zu uns: Leute...meine Frau braucht noch so ne halbe Stunde fuer die Abrechnung..sorry..aber in der Zwischenzeit nehmt euch einfach an Alkohol aus der Bar was ihr haben wollt...das muss alles weg! :) Ein Traum! Wir standen da und fuehlten uns wie im Schlaraffenland...da aergert man sich dann ueber die Tatsache, dass man erstens als Frau nur ne Handtasche dabei hat und zweitens zugegebenermassen nicht so viel schleppen kann wie die Herren der Schoepfung ;)
Hab mir 2 Plastiktueten organisiert und mein Trinkgeld des Wochenendes in eine Taxifahrt zurueck ins Hostel investiert...auch wenn wir muskelmaessig nicht so stark sind: Koepfchen ham wa, was?
Ich verlier auch nicht mehr so schnell die Nerven wenn eben nicht alles so geregelt und zuegig ablaeuft wie man das als Deutsche so gewoehnt ist. Da warten dann halt mal 20 Leute brav am Tresen darauf dass ihnen ein Tisch zugewiesen wird, waehrend "Klein-Lucy" die eigentlich "Host" spielen sollte (suesse 16 und damit ist es ihr noch nicht mal offiziell erlaubt in ner Bar zu arbeiten) in der Ecke steht und fleissig SMS schreibt und die Manager draussen stehen und Kette rauchen und Dilip sich zu fein ist nen Tisch abzuraeumen und deshalb eigentlich 3 Tische zur Verfuegung stuenden haette man Zeit sich um die zu kuemmern, was aber nicht der Fall ist weil man Essen und Getraenke zum Tisch bringt, Crack-Pepper und Parmesancheese-Sonderwuensche erfuellt und nebenbei mal Gabeln poliert die seit Stunden hinter der Bar stehen, aber der Barmann "irgendwie keine Lust hatte"....AAAHHH!
Drei Teller kann ich jetzt auch endlich tragen...wobei ich mich bei den grossen Pastatellern nach wie vor verweigere...das bekomm ich echt nicht hin. Aber Pizza, Pasta und Lambshanks gleichzeitig zum Tisch tragen: kein Problem. Schaffe es mittlerweile sogar 4 verschiedene Kaffees auf nem Tablett plus 2 Nachspeisenteller durchs Restaurant zu balancieren...ich bin schon ein wenig stolz auf mich. Zumal die Australier was Kaffee angeht echt nen Knall haben...die Ladies bestellen hier schonmal gerne nen "weak latte with soy milk" (duenne ploerre mit ekliger Sojamilch) oder nen "decaf skim cappucino" (entkoffeiniert und mit entrahmter Milch - wo bleibt denn da der Spass???)..naja und das muss man sich dann auch noch alles merken bis man am Tisch angekommen ist...als Kellnerin find ich wohl auf alle Faelle nen Job wenn ich zurueck komme...da mach ich mir gar keine Sorgen!! :)

Samstag, 31. Juli 2010

Flora und Fauna

Nachdem ich nun einen 5-Tage-Job die Woche habe und mein Leben hier endlich in gereglten Bahnen verläuft, fühle ich mich zufriedener und unternehmungslustiger. Endlich ist auch mal wieder Zeit tolle Sache zu unternehmen...! Dieses Wochenende war die australische Flora und Fauna dran. Freitag war ich mit meiner Kollegin Sarah beim Whale Watching! Das war großartig!

In meinem Hostel vermitteln wir die Backpacker an Veranstalter für Touren, d.h. sie können Touren über uns buchen und "wir" bekommen dann die Provision. Das läuft aber nicht wie in manchen Hostels im Norden, wo man quasi gezwungen wird eine teure Tour zu buchen, sondern wir legen lediglich Flyer aus und wenn Interesse besteht, dann buchen wir halt! Das Coole daran ist, dass "wir" in diesem Falle nicht "das Hostel" ist, sondern tatsächlich "wir Rezeptionisten"! Und weil wir so schön Hand in Hand mit den Veranstaltern arbeiten, durften Sarah und ich am Freitag gratis mit rausfahren...Das war echt ein einmalig schönes Erlebnis! Wir sind morgens um 9.00 losgestartet und sind aus einem im Nebel versunkenen Sydney Harbour raus aufs offene Meer gefahren.
Einen Walforscher hatten wir an Bord, der oben auf dem Dach mit Fernglas Ausschau gehalten und dem Kapitän Anweisungen gegeben hat. Und irgendwann waren sie da: zwei wunderschöne riesengroße Buckelwale...nachdem sie festgestellt haben, dass wir keine Bedrohung darstellen, sind sie ganz friedlich neben unserem Boot hergeschwommen und haben uns die Möglichkeit gegeben ein paar nette Photos zu schießen...sehr nett von den beiden ;)

Später sind wir dann noch auf eine ganze Schaar von Delfinen gestoßen, die neben unserem Boot schwammen und wunderschöne Sprünge gmacht haben..
leider waren die dann doch etwas zu flink für meine kleine Digicam (die sich aber ansonsten tapfer geschlagen hat und sich vermutlich etwas schämte neben all den Profikameras an Bord...).
Ein wahnsinnig schönes Erlebnis!
Und gestern gings dann ins Wildlife Center. Das konnte zwar mit dem Walerlebnis nicht ganz mithalten, aber zumindest habe ich die ersten echten, lebendigen Koalas und Känguruhs gesehen! Soooo süß! Die erste Abteilung habe ich mit Widerwillen auch mitgenommen: Insekten, Spinnen (IIIIHHH) und Schlangen...Da gabs handtellergroße Kakerlaken, riesige Ameisen..über die Spinnen kann ich nichts sagen, denn da bin ich wirklich dran vorbei gerannt mit Gänsehaut am ganzen Körper. Aber die Schlangen habe ich mir dann durch die sichere Fensterscheibe hindurch doch mal angeguckt. Ganz ehrlich: ich hoffe ich werde nie einer in freier Wildbahn begegnen...die sind wirklich sehr sehr giftig! Danach wurde es entspannter. Nagetiere und Nachtaktive (Fledermäuse, etc.). Mein Teil der Ausstellung kam danach: Känguruhs und Koalas und Wombats und Wallabies -hachz. Sooo niedlich. Und zum Scluss noch die größten und buntesten und schillernsten Schmetterlinge die ich je gesehen habe! Toll!

Montag, 19. Juli 2010

Billabong Gardens und Newtown

So ihr Lieben! Wird Zeit, dass ich Euch mein temporäres zu Hause mal näher vorstelle, zumal es so aussieht, als ob es länger mein zu Hause sein wird als angenommen....
Ja: ich werde länger bleiben, denn ich habe einen festen Job! 5 Tage die Woche (Mo-Fr) jeweils 14-19 Uhr...in Eva's Backpackers in Kings Cross an der Rezeption. Man war das ein Warten und Bangen...Heute hat Liz (die Managerin) endlich angerufen! Ich darf morgen zum Einarbeiten vorbei kommen!! Da werde ich dann vorraussictlich bis Januar arbeiten, gutes Geld verdienen und dann habe ich sage und schreibe noch 4 Monate Zeit (und auch das nötige Geld) um den ganzen Kontinent zu bereisen :)
Letzte Woche hatte ich so einen kleinen Tiefpunkt, weil neben Laundry und Kellnern wenig Zeit blieb um Dinge zu unternehmen und auch keine Besserung in Aussicht war...
Versteht mich nicht falsch! Ich habe hier eine wirklich großartge Zeit, aber wenn alle vom Reisen berichten und Photos zeigen und schwärmen und man hängt an einem und weiß nicht wie es ohne das nötige Kleingeld weitergehen soll...das ist ein komisches Gefühl. Immerhin fühlt sich das ganze hier schon nach Alltag an. Und das meine ich in einem ganz positiven Sinn. Man hat nicht das Gefühl ständig was Ausgefallenes unternehmen zu müssen, sondern man kann es auch einfach genießen das Viertel in dem man wohnt näher zu erkunden und Zeit dort zu verbringen. Und das gestaltet sich in meinem "Veedel" wirklich sehr angenehm.

Newtown



http://maps.google.com/maps?q=newtown+sydney&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hq=&hnear=Newtown+NSW,+Australia&ei=sKxFTPmcH5DcvQOtwpy5Ag&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=1&ved=0CCEQ8gEwAA"







http://en.wikipedia.org/wiki/Newtown,_New_South_Wales"

Newtown ist bunt, schrill, kunstvoll, schrullig, liebenswert - einfach gut! Bekannt für gutes Essen, alternative Läden, Straßenkunst, Schwulen- und Lesbenszene und nette Cafés und Bars. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wenn ich mich mal vom Trubel im Hostel oder dem geschäftigen Treiben auf der Kingstreet (der Hauptstraße) zurückziehen möchte, dann wandere ich eine Runde über den Camperdown Cemetery (http://en.wikipedia.org/wiki/Camperdown_Cemetery) und lasse mich danach mit meinem Buch und oder Musik im Ohr im angrenzenden Park nieder. Oder ich trinke einen Kaffee im Old Fish Café. Von da aus hat man alles im Blick und ich kann stundenlang dort sitzen und einfach nur die vorbeischlendernden Menschen bestaunen. In Newtown trägt man nämlich was einem gefällt...das ist herrlich abwechslungsreich und mitunter auch etwas verstörend ;)
Um euch einen Eindruck zu verschaffen füge ich mal ne kleine Bildergalerie ein:


Billabong Gardens - Pool, Sitzecke, Küche

Dienstag, 13. Juli 2010

Warten...

ich hasse warten. Warten ist das schlimmste! Ich hab Liz heute morgen ne mail geschrieben um nochmal wegen das Jobs nachzuhaken. Gestern hat mir Haico (der Manager meines Hostels) erzählt, dass er jemanden sucht und mich ernsthaft ins Auge gefasst hatte (was der Hammer ist, weil er eigentlich nie Backpacker einstellt - ich scheine ihn überzeugt zu haben...wahrscheinlich weil ich die Bettwäsche so schön ordentlich falte ;))...er habe nur Bedenken wegen der Tatsache, dass ich quasi eine Persönlichkeitsspaltung vornehmen müsste. Auf der einen Seite Gast, auf der anderen Angestellte...hab ihm versichert, dass ich das hinbekommen würde. Er meinte ich solle mal ne Nacht drüber schlafen und ihm dann Bescheid sagen. Mir war sofort klar, dass ich das machen würde, doch heute sagt er dann: sieht so aus als hätten wir wen gefunden für den Job,...Kacke! Ich musste mich echt schwer zusammenreißen nicht zu heulen, so enttäuscht war ich. Und auch ein bisschen wütend! Warum erzählt er mir das dann gestern überhaupt? Naja. Is gelaufen. Augen nach vorn, Kopf nach oben...und die mail von Liz abwarten. Ne kleine Chance auf ne Rezeptionsjob besteht ja noch...
Im Restaurant war gestern tote Hose! Geld verdient für 4 Stunden rumstehen und ein bisschen Bar putzen...warum gibts denn kein gesundes Mittelmaß? Entweder man weiß vor lauter Stress nicht mehr wo oben und unten ist oder man langweilt sich zu Tode? Kanns doch echt nicht sein...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Erschöpft...

Nachdem ich am Montag meine ersten selbstverdienten Dollar abgeholt habe (in Australien wird wöchentlich ausgezahlt und zwar am "PayDay"), bin ich erstmal in eine relatriv ruhige Woche gestartet. Die Wäscheberge halten sich in Grenzen und ins Restaurant muss ich nur Freitag und Samstag. Fein! Gestern aber bekam ich spontan einen Anruf von Liz, der Managerin von Eva's Backpackers in Kings Cross. Sie hätten demnächst einen Job an der Rezeption frei und ob ich immer noch interessiert sei...Klar! Vor lauter Freude und Aufregung hab ich gar nicht daran gedacht, dass es vielleicht nicht so klug ist ein Vorstellungsgespräch um 8.00 Uhr morgens zu vereinbaren, nachdem man von 4.30 bis 6.30h mit Halbfinale gucken beschäftigt ist. Aber in dem Moment dachte ich nur: wie schaff ich das bloß pünktlich zum "Wäsche-Dienst" wieder da zu sein?! Doofes Pflichtbewusstsein. ...Also bin ich gestern um 23 Uhr ins Bett gegangen, hab dann gegen 0.00h endlich schlafen können, und mir den Wecker auf 3.30 Uhr gestellt. Gut dass 80% des Zimmers Deutsche sind :) Völlig schlaftrunken sind wir dann in die Kneipe gewankt um unser Team gewinnen zu sehen...schade. Traurig und enttäuscht ging es dann zurück ins Hostel. Da hab ich mir dann mit Rouge etwas Leben ins Gesicht gezaubert und mich auf den Weg nach Kings Cross gemacht. Kings Cross ist das "Party- und Rotlichtviertel" von Sydney. Da wir es bisher noch nicht dorthin geschafft haben musste ich mir erstmal Orientierung verschaffen. Dank Stadtplan und der trotz der furchtbaren Uhrzeit auskunftsfreudigen Australier hab ich Eva's Backpacker aber schnell finden können. Das Hostel war mir gleich sympathisch und Liz, die mich zum Interview eingeladen hatte, auch. Als erstes wollte sie wissen, wie lange ich schon in Sydney bin und wie lange ich für sie mindestens arbeiten könne...Hundertausend Dinge gingen mir gleichzeitig durch den Kopf, denn kurz zuvor hab ich auf einem Zettel gelesen, dass sie jemanden für 8 Monate Minimum suchen...ich hab irgendwas von 3 Monaten gefaselt und dabei die ganze Zeit überlegt wie ich das Reisen und diesen perfekten Job unter einen Hut bekommen kann...Nach ca. 20 Minuten wirklich netten Gesprächs sagt Liz zu mir: Weißt Du was? Du hättest den Job schon in der Tasche wenn du länger hier bleiben könntest...oh mann. Danach hat sie mir noch ein bisschen das Haus gezeigt und dann haben wir uns verabschiedet. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken...sie meldet sich in den nächsten Tagen bei mir. Kaum zu Hause wartet die Laundry...sieht aber nicht so schlimm aus heute. Im Gegensatz zum Wetter: es ist grau, kalt und nieselt...Australien weint weil wir nicht im Finale sind!