Mir fiel auf, dass ich mein Blog ganz schoen vernachlaessigt habe....Es ist aber auch in letzter Zeit nicht sooo viel Aufregendes passiert ueber das es sich zu berichten lohnen wuerde (ist meine Grammatik schon wirr? Hab jetzt 3x die Wortabfolge geaendert und bin vollends verunsichert...).
Aber ich dachte mir, ich koennte ja mal ueber meinen Zweitjob berichten.
Das Cine (ein italienisches Restaurant) befindet sich mitten im sogenannten Entertainment Quarter. Das ist ein riesiges Gelaende auf dem sich auch ein 3D Kino, der "Cricket Ground", das "Football-Stadium" und eben sehr viel Gastronomieeinrichtungen befinden. Linda hat mich mitgenommen und mir den Job dort verschafft. Ich hatte mir ja eigentlich geschworen nie mehr in der Gastronomie zu arbeiten, aber Geld ist Geld vorallem hier in Australien. Ehrlich! Ich hab mir noch nie in meinem Leben so viel Gedanken um Geld gemacht und dieses Thema hat noch nie so sehr mein Leben bestimmt...Im Hostel geht es um nichts anderes. Jeder sucht Jobs, plant, spart oder eben nicht (weil a) Sydney sehr teuer ist und b) sparen grundsaetzlich mit sich zusammen reissen und entbehrungen auf sich nehmen zu tun hat) und beschwert sich dann...ein ewiger Kreislauf...Jedenfalls dachte ich so bei mir, dass ein paar extra Dollar den Reiseplaenen sehr entgegenkaemen. Nach einem 6,5 stuendigen unbezahlten (!!) Probearbeiten hatte ich den Job in der Tasche...Also stuerzt man sich dann samstags abends zusaetzlich zum Hosteljob ins geschaeftige "Restauranttreiben". Und wer haetts gedacht? Es begann gerade mir richtig Spass zu machen. Ich hab mich dran gewoehnt Kat genannt zu werden (Katrin bekommen die hier nicht auf die Reihe, deshalb haben wir uns auf Kat geeinigt...am Anfang hab ich einfach nicht reagiert weil ich mich sowas von nicht angesprochen gefuehlt ab, aber mittlerweile gehts :)) und ich hatte endlich das Menu und die Getraenke drauf und wusste was ich den Menschlein da so vorsetze und jetzt? Jetzt hat kuerzlich der Besitzer gewechselt... neuer Chefkoch, neues Management, neue Speise- und Getraenkekarte :( Sogar die Pizzen sehen jetzt anders aus und man beginnt wieder zu raetseln und so Sachen zu sagen wie: hat hier irgenwer ne Pizza mit....Sekunde...aeh..ich glaub Salami und Fetakaese -oder so? -bestellt?? Sowas von nervig....und dann hat auch noch der ausserst niedliche Koch aufgehoert, der mir sonst meine Abende dort versuesste...hach...Doug! Dunkelblonde wuschelige Haare, stahlblaue strahlende Augen und kochmuetzenbedingt abstehende Ohren :) toll...wenn der sagte: " Kat can you run this Penne Boscaiola and a Fett Gam (Fettucine Gamberesi- hat auch gedauert bis ich die Abkuerzungen drauf hatte) to table 81?! Dann dachte ich jedesmal: ach fuer dich renn ich auch bis ans Ende der Welt ;))..aber kein Doug mehr...seufz...
Der Besitzerwechsel hatte aber auch was Gutes: am letzten Abend unter altem Management, wir warteten seit 1,5 Stunden auf unser Geld und wurden langsam quengelig, sagt der alte Chef irgendwann zu uns: Leute...meine Frau braucht noch so ne halbe Stunde fuer die Abrechnung..sorry..aber in der Zwischenzeit nehmt euch einfach an Alkohol aus der Bar was ihr haben wollt...das muss alles weg! :) Ein Traum! Wir standen da und fuehlten uns wie im Schlaraffenland...da aergert man sich dann ueber die Tatsache, dass man erstens als Frau nur ne Handtasche dabei hat und zweitens zugegebenermassen nicht so viel schleppen kann wie die Herren der Schoepfung ;)
Hab mir 2 Plastiktueten organisiert und mein Trinkgeld des Wochenendes in eine Taxifahrt zurueck ins Hostel investiert...auch wenn wir muskelmaessig nicht so stark sind: Koepfchen ham wa, was?
Ich verlier auch nicht mehr so schnell die Nerven wenn eben nicht alles so geregelt und zuegig ablaeuft wie man das als Deutsche so gewoehnt ist. Da warten dann halt mal 20 Leute brav am Tresen darauf dass ihnen ein Tisch zugewiesen wird, waehrend "Klein-Lucy" die eigentlich "Host" spielen sollte (suesse 16 und damit ist es ihr noch nicht mal offiziell erlaubt in ner Bar zu arbeiten) in der Ecke steht und fleissig SMS schreibt und die Manager draussen stehen und Kette rauchen und Dilip sich zu fein ist nen Tisch abzuraeumen und deshalb eigentlich 3 Tische zur Verfuegung stuenden haette man Zeit sich um die zu kuemmern, was aber nicht der Fall ist weil man Essen und Getraenke zum Tisch bringt, Crack-Pepper und Parmesancheese-Sonderwuensche erfuellt und nebenbei mal Gabeln poliert die seit Stunden hinter der Bar stehen, aber der Barmann "irgendwie keine Lust hatte"....AAAHHH!
Drei Teller kann ich jetzt auch endlich tragen...wobei ich mich bei den grossen Pastatellern nach wie vor verweigere...das bekomm ich echt nicht hin. Aber Pizza, Pasta und Lambshanks gleichzeitig zum Tisch tragen: kein Problem. Schaffe es mittlerweile sogar 4 verschiedene Kaffees auf nem Tablett plus 2 Nachspeisenteller durchs Restaurant zu balancieren...ich bin schon ein wenig stolz auf mich. Zumal die Australier was Kaffee angeht echt nen Knall haben...die Ladies bestellen hier schonmal gerne nen "weak latte with soy milk" (duenne ploerre mit ekliger Sojamilch) oder nen "decaf skim cappucino" (entkoffeiniert und mit entrahmter Milch - wo bleibt denn da der Spass???)..naja und das muss man sich dann auch noch alles merken bis man am Tisch angekommen ist...als Kellnerin find ich wohl auf alle Faelle nen Job wenn ich zurueck komme...da mach ich mir gar keine Sorgen!! :)
Montag, 30. August 2010
Samstag, 31. Juli 2010
Flora und Fauna
Nachdem ich nun einen 5-Tage-Job die Woche habe und mein Leben hier endlich in gereglten Bahnen verläuft, fühle ich mich zufriedener und unternehmungslustiger. Endlich ist auch mal wieder Zeit tolle Sache zu unternehmen...! Dieses Wochenende war die australische Flora und Fauna dran. Freitag war ich mit meiner Kollegin Sarah beim Whale Watching!
Das war großartig!
In meinem Hostel vermitteln wir die Backpacker an Veranstalter für Touren, d.h. sie können Touren über uns buchen und "wir" bekommen dann die Provision. Das läuft aber nicht wie in manchen Hostels im Norden, wo man quasi gezwungen wird eine teure Tour zu buchen, sondern wir legen lediglich Flyer aus und wenn Interesse besteht, dann buchen wir halt! Das Coole daran ist, dass "wir" in diesem Falle nicht "das Hostel" ist, sondern tatsächlich "wir Rezeptionisten"! Und weil wir so schön Hand in Hand mit den Veranstaltern arbeiten, durften Sarah und ich am Freitag gratis mit rausfahren...Das war echt ein einmalig schönes Erlebnis! Wir sind morgens um 9.00 losgestartet und sind aus einem im Nebel versunkenen Sydney Harbour raus aufs offene Meer gefahren.

Einen Walforscher hatten wir an Bord, der oben auf dem Dach mit Fernglas Ausschau gehalten und dem Kapitän Anweisungen gegeben hat. Und irgendwann waren sie da: zwei wunderschöne riesengroße Buckelwale...nachdem sie festgestellt haben, dass wir keine Bedrohung darstellen, sind sie ganz friedlich neben unserem Boot hergeschwommen und haben uns die Möglichkeit gegeben ein paar nette Photos zu schießen...sehr nett von den beiden ;)

Später sind wir dann noch auf eine ganze Schaar von Delfinen gestoßen, die neben unserem Boot schwammen und wunderschöne Sprünge gmacht haben..
leider waren die dann doch etwas zu flink für meine kleine Digicam (die sich aber ansonsten tapfer geschlagen hat und sich vermutlich etwas schämte neben all den Profikameras an Bord...).
Ein wahnsinnig schönes Erlebnis!
Und gestern gings dann ins Wildlife Center. Das konnte zwar mit dem Walerlebnis nicht ganz mithalten, aber zumindest habe ich die ersten echten, lebendigen Koalas und Känguruhs gesehen! Soooo süß! Die erste Abteilung habe ich mit Widerwillen auch mitgenommen: Insekten, Spinnen (IIIIHHH) und Schlangen...Da gabs handtellergroße Kakerlaken, riesige Ameisen..über die Spinnen kann ich nichts sagen, denn da bin ich wirklich dran vorbei gerannt mit Gänsehaut am ganzen Körper. Aber die Schlangen habe ich mir dann durch die sichere Fensterscheibe hindurch doch mal angeguckt. Ganz ehrlich: ich hoffe ich werde nie einer in freier Wildbahn begegnen...die sind wirklich sehr sehr giftig! Danach wurde es entspannter. Nagetiere und Nachtaktive (Fledermäuse, etc.). Mein Teil der Ausstellung kam dan
ach: Känguruhs und Koalas und Wombats und Wallabies -hachz. Sooo niedlich. Und zum Scluss noch die größten und buntesten und schillernsten Schmetterlinge die ich je gesehen habe! Toll!
In meinem Hostel vermitteln wir die Backpacker an Veranstalter für Touren, d.h. sie können Touren über uns buchen und "wir" bekommen dann die Provision. Das läuft aber nicht wie in manchen Hostels im Norden, wo man quasi gezwungen wird eine teure Tour zu buchen, sondern wir legen lediglich Flyer aus und wenn Interesse besteht, dann buchen wir halt! Das Coole daran ist, dass "wir" in diesem Falle nicht "das Hostel" ist, sondern tatsächlich "wir Rezeptionisten"! Und weil wir so schön Hand in Hand mit den Veranstaltern arbeiten, durften Sarah und ich am Freitag gratis mit rausfahren...Das war echt ein einmalig schönes Erlebnis! Wir sind morgens um 9.00 losgestartet und sind aus einem im Nebel versunkenen Sydney Harbour raus aufs offene Meer gefahren.

Einen Walforscher hatten wir an Bord, der oben auf dem Dach mit Fernglas Ausschau gehalten und dem Kapitän Anweisungen gegeben hat. Und irgendwann waren sie da: zwei wunderschöne riesengroße Buckelwale...nachdem sie festgestellt haben, dass wir keine Bedrohung darstellen, sind sie ganz friedlich neben unserem Boot hergeschwommen und haben uns die Möglichkeit gegeben ein paar nette Photos zu schießen...sehr nett von den beiden ;)
Später sind wir dann noch auf eine ganze Schaar von Delfinen gestoßen, die neben unserem Boot schwammen und wunderschöne Sprünge gmacht haben..
leider waren die dann doch etwas zu flink für meine kleine Digicam (die sich aber ansonsten tapfer geschlagen hat und sich vermutlich etwas schämte neben all den Profikameras an Bord...).
Ein wahnsinnig schönes Erlebnis!
Und gestern gings dann ins Wildlife Center. Das konnte zwar mit dem Walerlebnis nicht ganz mithalten, aber zumindest habe ich die ersten echten, lebendigen Koalas und Känguruhs gesehen! Soooo süß! Die erste Abteilung habe ich mit Widerwillen auch mitgenommen: Insekten, Spinnen (IIIIHHH) und Schlangen...Da gabs handtellergroße Kakerlaken, riesige Ameisen..über die Spinnen kann ich nichts sagen, denn da bin ich wirklich dran vorbei gerannt mit Gänsehaut am ganzen Körper. Aber die Schlangen habe ich mir dann durch die sichere Fensterscheibe hindurch doch mal angeguckt. Ganz ehrlich: ich hoffe ich werde nie einer in freier Wildbahn begegnen...die sind wirklich sehr sehr giftig! Danach wurde es entspannter. Nagetiere und Nachtaktive (Fledermäuse, etc.). Mein Teil der Ausstellung kam dan
Montag, 19. Juli 2010
Billabong Gardens und Newtown
So ihr Lieben! Wird Zeit, dass ich Euch mein temporäres zu Hause mal näher vorstelle, zumal es so aussieht, als ob es länger mein zu Hause sein wird als angenommen....
Ja: ich werde länger bleiben, denn ich habe einen festen Job! 5 Tage die Woche (Mo-Fr) jeweils 14-19 Uhr...in Eva's Backpackers in Kings Cross an der Rezeption. Man war das ein Warten und Bangen...Heute hat Liz (die Managerin) endlich angerufen! Ich darf morgen zum Einarbeiten vorbei kommen!! Da werde ich dann vorraussictlich bis Januar arbeiten, gutes Geld verdienen und dann habe ich sage und schreibe noch 4 Monate Zeit (und auch das nötige Geld) um den ganzen Kontinent zu bereisen :)
Letzte Woche hatte ich so einen kleinen Tiefpunkt, weil neben Laundry und Kellnern wenig Zeit blieb um Dinge zu unternehmen und auch keine Besserung in Aussicht war...
Versteht mich nicht falsch! Ich habe hier eine wirklich großartge Zeit, aber wenn alle vom Reisen berichten und Photos zeigen und schwärmen und man hängt an einem und weiß nicht wie es ohne das nötige Kleingeld weitergehen soll...das ist ein komisches Gefühl. Immerhin fühlt sich das ganze hier schon nach Alltag an. Und das meine ich in einem ganz positiven Sinn. Man hat nicht das Gefühl ständig was Ausgefallenes unternehmen zu müssen, sondern man kann es auch einfach genießen das Viertel in dem man wohnt näher zu erkunden und Zeit dort zu verbringen. Und das gestaltet sich in meinem "Veedel" wirklich sehr angenehm.
Newtown
http://maps.google.com/maps?q=newtown+sydney&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hq=&hnear=Newtown+NSW,+Australia&ei=sKxFTPmcH5DcvQOtwpy5Ag&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=1&ved=0CCEQ8gEwAA"

http://en.wikipedia.org/wiki/Newtown,_New_South_Wales"
Newtown ist bunt, schrill, kunstvoll, schrullig, liebenswert - einfach gut! Bekannt für gutes Essen, alternative Läden, Straßenkunst, Schwulen- und Lesbenszene und nette Cafés und Bars. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wenn ich mich mal vom Trubel im Hostel oder dem geschäftigen Treiben auf der Kingstreet (der Hauptstraße) zurückziehen möchte, dann wandere ich eine Runde über den Camperdown Cemetery (http://en.wikipedia.org/wiki/Camperdown_Cemetery)
und lasse mich danach mit meinem Buch und oder Musik im Ohr
im angrenzenden Park nieder. Oder ich trinke einen Kaffee im Old Fish Café. Von da aus hat man alles im Blick und ich kann stundenlang dort sitzen und einfach nur die vorbeischlendernden Menschen bestaunen.
In Newtown trägt man nämlich was einem gefällt...das ist herrlich abwechslungsreich und mitunter auch etwas verstörend ;)
Um euch einen Eindruck zu verschaffen füge ich mal ne kleine Bildergalerie ein:
Billabong Gardens -
Pool, Sitzecke, Küche
Ja: ich werde länger bleiben, denn ich habe einen festen Job! 5 Tage die Woche (Mo-Fr) jeweils 14-19 Uhr...in Eva's Backpackers in Kings Cross an der Rezeption. Man war das ein Warten und Bangen...Heute hat Liz (die Managerin) endlich angerufen! Ich darf morgen zum Einarbeiten vorbei kommen!! Da werde ich dann vorraussictlich bis Januar arbeiten, gutes Geld verdienen und dann habe ich sage und schreibe noch 4 Monate Zeit (und auch das nötige Geld) um den ganzen Kontinent zu bereisen :)
Letzte Woche hatte ich so einen kleinen Tiefpunkt, weil neben Laundry und Kellnern wenig Zeit blieb um Dinge zu unternehmen und auch keine Besserung in Aussicht war...
Versteht mich nicht falsch! Ich habe hier eine wirklich großartge Zeit, aber wenn alle vom Reisen berichten und Photos zeigen und schwärmen und man hängt an einem und weiß nicht wie es ohne das nötige Kleingeld weitergehen soll...das ist ein komisches Gefühl. Immerhin fühlt sich das ganze hier schon nach Alltag an. Und das meine ich in einem ganz positiven Sinn. Man hat nicht das Gefühl ständig was Ausgefallenes unternehmen zu müssen, sondern man kann es auch einfach genießen das Viertel in dem man wohnt näher zu erkunden und Zeit dort zu verbringen. Und das gestaltet sich in meinem "Veedel" wirklich sehr angenehm.
Newtown
http://maps.google.com/maps?q=newtown+sydney&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hq=&hnear=Newtown+NSW,+Australia&ei=sKxFTPmcH5DcvQOtwpy5Ag&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=1&ved=0CCEQ8gEwAA"
http://en.wikipedia.org/wiki/Newtown,_New_South_Wales"
Newtown ist bunt, schrill, kunstvoll, schrullig, liebenswert - einfach gut! Bekannt für gutes Essen, alternative Läden, Straßenkunst, Schwulen- und Lesbenszene und nette Cafés und Bars. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wenn ich mich mal vom Trubel im Hostel oder dem geschäftigen Treiben auf der Kingstreet (der Hauptstraße) zurückziehen möchte, dann wandere ich eine Runde über den Camperdown Cemetery (http://en.wikipedia.org/wiki/Camperdown_Cemetery)
Um euch einen Eindruck zu verschaffen füge ich mal ne kleine Bildergalerie ein:
Billabong Gardens -
Dienstag, 13. Juli 2010
Warten...
ich hasse warten. Warten ist das schlimmste! Ich hab Liz heute morgen ne mail geschrieben um nochmal wegen das Jobs nachzuhaken. Gestern hat mir Haico (der Manager meines Hostels) erzählt, dass er jemanden sucht und mich ernsthaft ins Auge gefasst hatte (was der Hammer ist, weil er eigentlich nie Backpacker einstellt - ich scheine ihn überzeugt zu haben...wahrscheinlich weil ich die Bettwäsche so schön ordentlich falte ;))...er habe nur Bedenken wegen der Tatsache, dass ich quasi eine Persönlichkeitsspaltung vornehmen müsste. Auf der einen Seite Gast, auf der anderen Angestellte...hab ihm versichert, dass ich das hinbekommen würde. Er meinte ich solle mal ne Nacht drüber schlafen und ihm dann Bescheid sagen. Mir war sofort klar, dass ich das machen würde, doch heute sagt er dann: sieht so aus als hätten wir wen gefunden für den Job,...Kacke! Ich musste mich echt schwer zusammenreißen nicht zu heulen, so enttäuscht war ich. Und auch ein bisschen wütend! Warum erzählt er mir das dann gestern überhaupt? Naja. Is gelaufen. Augen nach vorn, Kopf nach oben...und die mail von Liz abwarten. Ne kleine Chance auf ne Rezeptionsjob besteht ja noch...
Im Restaurant war gestern tote Hose! Geld verdient für 4 Stunden rumstehen und ein bisschen Bar putzen...warum gibts denn kein gesundes Mittelmaß? Entweder man weiß vor lauter Stress nicht mehr wo oben und unten ist oder man langweilt sich zu Tode? Kanns doch echt nicht sein...
Im Restaurant war gestern tote Hose! Geld verdient für 4 Stunden rumstehen und ein bisschen Bar putzen...warum gibts denn kein gesundes Mittelmaß? Entweder man weiß vor lauter Stress nicht mehr wo oben und unten ist oder man langweilt sich zu Tode? Kanns doch echt nicht sein...
Donnerstag, 8. Juli 2010
Erschöpft...
Nachdem ich am Montag meine ersten selbstverdienten Dollar abgeholt habe (in Australien wird wöchentlich ausgezahlt und zwar am "PayDay"), bin ich erstmal in eine relatriv ruhige Woche gestartet. Die Wäscheberge halten sich in Grenzen und ins Restaurant muss ich nur Freitag und Samstag. Fein! Gestern aber bekam ich spontan einen Anruf von Liz, der Managerin von Eva's Backpackers in Kings Cross. Sie hätten demnächst einen Job an der Rezeption frei und ob ich immer noch interessiert sei...Klar! Vor lauter Freude und Aufregung hab ich gar nicht daran gedacht, dass es vielleicht nicht so klug ist ein Vorstellungsgespräch um 8.00 Uhr morgens zu vereinbaren, nachdem man von 4.30 bis 6.30h mit Halbfinale gucken beschäftigt ist. Aber in dem Moment dachte ich nur: wie schaff ich das bloß pünktlich zum "Wäsche-Dienst" wieder da zu sein?! Doofes Pflichtbewusstsein. ...Also bin ich gestern um 23 Uhr ins Bett gegangen, hab dann gegen 0.00h endlich schlafen können, und mir den Wecker auf 3.30 Uhr gestellt. Gut dass 80% des Zimmers Deutsche sind :) Völlig schlaftrunken sind wir dann in die Kneipe gewankt um unser Team gewinnen zu sehen...schade. Traurig und enttäuscht ging es dann zurück ins Hostel. Da hab ich mir dann mit Rouge etwas Leben ins Gesicht gezaubert und mich auf den Weg nach Kings Cross gemacht. Kings Cross ist das "Party- und Rotlichtviertel" von Sydney. Da wir es bisher noch nicht dorthin geschafft haben musste ich mir erstmal Orientierung verschaffen. Dank Stadtplan und der trotz der furchtbaren Uhrzeit auskunftsfreudigen Australier hab ich Eva's Backpacker aber schnell finden können. Das Hostel war mir gleich sympathisch und Liz, die mich zum Interview eingeladen hatte, auch. Als erstes wollte sie wissen, wie lange ich schon in Sydney bin und wie lange ich für sie mindestens arbeiten könne...Hundertausend Dinge gingen mir gleichzeitig durch den Kopf, denn kurz zuvor hab ich auf einem Zettel gelesen, dass sie jemanden für 8 Monate Minimum suchen...ich hab irgendwas von 3 Monaten gefaselt und dabei die ganze Zeit überlegt wie ich das Reisen und diesen perfekten Job unter einen Hut bekommen kann...Nach ca. 20 Minuten wirklich netten Gesprächs sagt Liz zu mir: Weißt Du was? Du hättest den Job schon in der Tasche wenn du länger hier bleiben könntest...oh mann. Danach hat sie mir noch ein bisschen das Haus gezeigt und dann haben wir uns verabschiedet. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken...sie meldet sich in den nächsten Tagen bei mir. Kaum zu Hause wartet die Laundry...sieht aber nicht so schlimm aus heute. Im Gegensatz zum Wetter: es ist grau, kalt und nieselt...Australien weint weil wir nicht im Finale sind!
Mittwoch, 30. Juni 2010
Jetzt geht’s los
Endlich endlich! Ich hab nen Job! So richtig mit Geld verdienen und so...Ich hab ein bisschen rum gejammert und mein Jammern wurde erhört! Linda kommt eines nachmittags von der Arbeit nach Hause und sagt: Rate mal wer am Samstag Probearbeiten darf? Yeah!! Sie arbeitet in einem großen italienischen Restaurant in Surry Hills als „Foodrunnerin“. Mehr wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Also hab ich letzten Samstag morgens wie jeden Morgen brav die Wäsche im Hostel gemacht (ich bin die“ Laundry Queen“- Wäsche waschen, trocknen und zusammen falten für freie Unterkunft) und kaum dass ich das letzte Kopfkissen zusammen gefaltet hatte gings auch schon los zum Probearbeiten. Das Restaurant ist leider ne ganze Ecke weg. Man fährt mit 2 Bussen und muss ca. ne Stunde früher los. Das ist aber alles egal: ich will Geld verdienen! Ich war ganz schön aufgeregt. Als wir im „Cine“ ankommen bin ich erstmal ziemlich geschockt über die tatsächliche Größe des Restaurants...Luke, der Manager, zeigt mir im Schnelldurchlauf alles und geht mit mir kurz die Speisekarte durch. Die erste Stunde stehe ich etwas verloren in der Gegend rum, aber dann geht’s plötzlich rund...Das ist echt unglaublich! Die Menschen stehen Schlange bis draußen, die Klingel an der „Essensausgabe“ bimmelt ununterbrochen und man weiß gar nicht ob man nun die Tische zuerst neu eindecken soll oder Essen an den Tisch bringen oder oder oder...Essen bringen ist sehr spannend. Der Koch sagt zwar immer dazu was er einem in die Hand drückt aber ich bin so beschäftigt mit dem Einprägen der Tischnummer und dem Überlegen wo genau dieser Tisch nochmal war, dass ich bis ich am Tisch bin vergessen habe, was genau ich da in der Hand halte. Gut ist immer wenn man Salat und Pizza oder Risotto und Penne hat. Erleichtert die Sache. Wenns dann allerdings zweimal Penne sind kann man nur hoffen, dass man Hühnchen oder Scampis drin entdeckt :) Irgendwann, am Ende meiner Kräfte und Nerven, frage ich Linda: „Sag mal, wie spät ist es eigentlich?“ „Willst du das wirklich wissen? 21.20h...“ Oh mann...wir rennen, schwitzen, putzen um die Wette. Irgendwann gibt es keine Gabeln mehr. Ich frage nach. Keine Ahnung. Ich frage den nächsten. Weiß nicht. Leute!! Das kann doch nicht sein. Irgendwo muss es doch Gabeln geben?! Ich frage Luke. Er sagt: Guck mal hinter der Bar. Ich frage den Mann an der Bar. Stumm zeigt er auf zwei große Eimer voller gespültem, unsortiertem und unpoliertem Besteck. Ich frage vorsichtig wer dafür zuständig ist. Er grinst und sagt: ich hatte keine Lust!!! Was?! Ich fange an zu polieren und trage händeweise Gabeln ins Restaurant. Was ein unorganisierter Haufen...endlich: um 23.30h sagt Luke: Linda, Katrin – you are off. Take some Pizza and a Beer if you like! Feierabend! Wow. Ich bin am Ende. 11,5 Stunden Arbeit liegen hinter mir. Dass ich dabei keinen Penny verdient hab, darüber darf ich gar nicht nachdenken sonst muss ich weinen...aber Adam (Manager2) sagt: Du darfst wiederkommen! So richtig darüber freuen kann ich mich in dem Moment noch nicht. Tot falle ich ins Bett. Doch heute, 4 Tage später, drückt mir Linda einen Zettel in die Hand: Freitag ab 17 Uhr, Sa und So ab 18 Uhr! Drei Schichten für mich! Ich werde Geld verdienen. Ich werde tot sein am Montag, aber ich werde wissen: Ich habe mein erstes Geld hier verdient!! Das wird ein gutes Gefühl – dessen bin ich mir sicher!
Sonntag, 20. Juni 2010
World Cup 2010
„Steht auf wenn ihr Deutsche seid!“ (Stand up if you're German) they roared to the tune of Go West by the Village People, and later „So ein Tag so wunderschorn (Sic!) wie heute, so ein Tag der durfte nie vergeh'n (What a wonderful day, may it never end)."
Was eine Kulisse. Was eine riesige Menschenmasse. Wahnsinn! Alles begann (abgesehen von der unchristlichen Zeit) so schön beim Riesenevent Deutschland gegen Australien im World Cup 2010.Die Straßen waren gelb-grün! Jeder Australier von oben bis unten in den Farben ihrer Socceroos gekleidet. Wilde Kostüme und Perücken, aufblasbare Plastik Kanguruhs, Fahnen, Wimpel – alles was das Fan-Herz begehrt. Im „Two-Dollar“-Shop erstehen wir Karnevalsschminke um wenigstens ein Deutschlandfähnchen im Gesicht zu haben. Gut gelaunt und voller Vorfreude starten wir dann um halb eins nachts in Richtung Hafen, da wir bereits beim Eröffnungsspiel die Erfahrung gemacht haben, dass das Fifa-Fan-Fest ziemlich schnell überlaufen ist und die Tore dann rigoros geschlossen werden. Also ab ins Taxi und los. 3,5 Stunden bis zum Anpfiff, müde, Pippi, kalt, ich will Bier (aber die Bar ist zu und mit rein nehmen darf man nix) – so in etwa lassen sich diese 3,5 Stunden zusammen fassen. Achja und: Isch hab Rücken und Füße...denn tapfer standen wir auf der Stelle um die erkämpften Plätze vor der großen Leinwand zu behalten. Volksfeststimmung! Die Australier voller Vorfreude, aufgeputscht durch die Medien glauben sie fest daran, dass heute alles möglich ist: sogar die Deutschen im Fußball zu besiegen...Freundlich weisen sie uns immer wieder darauf hin, dass es schön ist, dass wir da sind, aber das wir später nicht allzu enttäuscht sein sollen...fast glauben wir selbst schon dran. Dann endlich: 4.30 Uhr Sydney Ortszeit ist Anpfiff. Begeisterungsstürme, eine unglaublich motvierte australische Mannschaft und ein deutsches Team, dass erst nicht so richtig ins Spiel zu finden scheint und überrascht ist, von dem Druck den die Socceroos in den ersten 3 Minuten ausüben. Nach der ersten Torchance für Australien werde ich unsicher: sollten die vielleicht doch ein ernstzunehmender Gegner sein? Doch dann: GOOOOAAAL für Germany in der 8. Minute. Wir jubeln und schreien – und sind die einzigen...die gesamte grün-gelbe Menge ist verstummt! Ein gruseliges Gefühl. Von der totalen Euphorie zum Schockzustand oder von 100 auf 0 im Nullkommanix. „It''s not the end of the world. It's not even the end of the World Cup. But it certainly felt like it.“ So schreibt der Sydney Mornig Herald heute. Der Schockzustand hielt an, die Partystimmung weg. Bei jedem Tor unserer Jungs jubelten und sangen wir dennoch und erst bei 4. und letzten Tor ernteten wir ein enttäuschtes „Shut the f*** up“. Sonst waren die Australier aber faire Verlierer und so konnten wir in ausgelassener Stimmung ohne böse Kommentare oder ähnliches in den Bus nach Hause steigen, wo wir schon mit einem ausgelassenen: „So sehen Sieger aus – schalalala!“ begrüßt wurden...7.30h – Farbe aus dem Gesicht waschen und ab ins Bett. 11.25h: die Zimmertür geht auf. Cheffe steht im Zimmer und fragt laut: Don't we have a laundry queen today?! Verschlafen. Mist! Völlig fertig begebe ich mich in die Waschküche. Aber was solls: Germany 4 – Australien 0...hehe.! Schlaaaaaaaaaaaand!
Was eine Kulisse. Was eine riesige Menschenmasse. Wahnsinn! Alles begann (abgesehen von der unchristlichen Zeit) so schön beim Riesenevent Deutschland gegen Australien im World Cup 2010.Die Straßen waren gelb-grün! Jeder Australier von oben bis unten in den Farben ihrer Socceroos gekleidet. Wilde Kostüme und Perücken, aufblasbare Plastik Kanguruhs, Fahnen, Wimpel – alles was das Fan-Herz begehrt. Im „Two-Dollar“-Shop erstehen wir Karnevalsschminke um wenigstens ein Deutschlandfähnchen im Gesicht zu haben. Gut gelaunt und voller Vorfreude starten wir dann um halb eins nachts in Richtung Hafen, da wir bereits beim Eröffnungsspiel die Erfahrung gemacht haben, dass das Fifa-Fan-Fest ziemlich schnell überlaufen ist und die Tore dann rigoros geschlossen werden. Also ab ins Taxi und los. 3,5 Stunden bis zum Anpfiff, müde, Pippi, kalt, ich will Bier (aber die Bar ist zu und mit rein nehmen darf man nix) – so in etwa lassen sich diese 3,5 Stunden zusammen fassen. Achja und: Isch hab Rücken und Füße...denn tapfer standen wir auf der Stelle um die erkämpften Plätze vor der großen Leinwand zu behalten. Volksfeststimmung! Die Australier voller Vorfreude, aufgeputscht durch die Medien glauben sie fest daran, dass heute alles möglich ist: sogar die Deutschen im Fußball zu besiegen...Freundlich weisen sie uns immer wieder darauf hin, dass es schön ist, dass wir da sind, aber das wir später nicht allzu enttäuscht sein sollen...fast glauben wir selbst schon dran. Dann endlich: 4.30 Uhr Sydney Ortszeit ist Anpfiff. Begeisterungsstürme, eine unglaublich motvierte australische Mannschaft und ein deutsches Team, dass erst nicht so richtig ins Spiel zu finden scheint und überrascht ist, von dem Druck den die Socceroos in den ersten 3 Minuten ausüben. Nach der ersten Torchance für Australien werde ich unsicher: sollten die vielleicht doch ein ernstzunehmender Gegner sein? Doch dann: GOOOOAAAL für Germany in der 8. Minute. Wir jubeln und schreien – und sind die einzigen...die gesamte grün-gelbe Menge ist verstummt! Ein gruseliges Gefühl. Von der totalen Euphorie zum Schockzustand oder von 100 auf 0 im Nullkommanix. „It''s not the end of the world. It's not even the end of the World Cup. But it certainly felt like it.“ So schreibt der Sydney Mornig Herald heute. Der Schockzustand hielt an, die Partystimmung weg. Bei jedem Tor unserer Jungs jubelten und sangen wir dennoch und erst bei 4. und letzten Tor ernteten wir ein enttäuschtes „Shut the f*** up“. Sonst waren die Australier aber faire Verlierer und so konnten wir in ausgelassener Stimmung ohne böse Kommentare oder ähnliches in den Bus nach Hause steigen, wo wir schon mit einem ausgelassenen: „So sehen Sieger aus – schalalala!“ begrüßt wurden...7.30h – Farbe aus dem Gesicht waschen und ab ins Bett. 11.25h: die Zimmertür geht auf. Cheffe steht im Zimmer und fragt laut: Don't we have a laundry queen today?! Verschlafen. Mist! Völlig fertig begebe ich mich in die Waschküche. Aber was solls: Germany 4 – Australien 0...hehe.! Schlaaaaaaaaaaaand!
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