Samstag, 31. Juli 2010

Flora und Fauna

Nachdem ich nun einen 5-Tage-Job die Woche habe und mein Leben hier endlich in gereglten Bahnen verläuft, fühle ich mich zufriedener und unternehmungslustiger. Endlich ist auch mal wieder Zeit tolle Sache zu unternehmen...! Dieses Wochenende war die australische Flora und Fauna dran. Freitag war ich mit meiner Kollegin Sarah beim Whale Watching! Das war großartig!

In meinem Hostel vermitteln wir die Backpacker an Veranstalter für Touren, d.h. sie können Touren über uns buchen und "wir" bekommen dann die Provision. Das läuft aber nicht wie in manchen Hostels im Norden, wo man quasi gezwungen wird eine teure Tour zu buchen, sondern wir legen lediglich Flyer aus und wenn Interesse besteht, dann buchen wir halt! Das Coole daran ist, dass "wir" in diesem Falle nicht "das Hostel" ist, sondern tatsächlich "wir Rezeptionisten"! Und weil wir so schön Hand in Hand mit den Veranstaltern arbeiten, durften Sarah und ich am Freitag gratis mit rausfahren...Das war echt ein einmalig schönes Erlebnis! Wir sind morgens um 9.00 losgestartet und sind aus einem im Nebel versunkenen Sydney Harbour raus aufs offene Meer gefahren.
Einen Walforscher hatten wir an Bord, der oben auf dem Dach mit Fernglas Ausschau gehalten und dem Kapitän Anweisungen gegeben hat. Und irgendwann waren sie da: zwei wunderschöne riesengroße Buckelwale...nachdem sie festgestellt haben, dass wir keine Bedrohung darstellen, sind sie ganz friedlich neben unserem Boot hergeschwommen und haben uns die Möglichkeit gegeben ein paar nette Photos zu schießen...sehr nett von den beiden ;)

Später sind wir dann noch auf eine ganze Schaar von Delfinen gestoßen, die neben unserem Boot schwammen und wunderschöne Sprünge gmacht haben..
leider waren die dann doch etwas zu flink für meine kleine Digicam (die sich aber ansonsten tapfer geschlagen hat und sich vermutlich etwas schämte neben all den Profikameras an Bord...).
Ein wahnsinnig schönes Erlebnis!
Und gestern gings dann ins Wildlife Center. Das konnte zwar mit dem Walerlebnis nicht ganz mithalten, aber zumindest habe ich die ersten echten, lebendigen Koalas und Känguruhs gesehen! Soooo süß! Die erste Abteilung habe ich mit Widerwillen auch mitgenommen: Insekten, Spinnen (IIIIHHH) und Schlangen...Da gabs handtellergroße Kakerlaken, riesige Ameisen..über die Spinnen kann ich nichts sagen, denn da bin ich wirklich dran vorbei gerannt mit Gänsehaut am ganzen Körper. Aber die Schlangen habe ich mir dann durch die sichere Fensterscheibe hindurch doch mal angeguckt. Ganz ehrlich: ich hoffe ich werde nie einer in freier Wildbahn begegnen...die sind wirklich sehr sehr giftig! Danach wurde es entspannter. Nagetiere und Nachtaktive (Fledermäuse, etc.). Mein Teil der Ausstellung kam danach: Känguruhs und Koalas und Wombats und Wallabies -hachz. Sooo niedlich. Und zum Scluss noch die größten und buntesten und schillernsten Schmetterlinge die ich je gesehen habe! Toll!

Montag, 19. Juli 2010

Billabong Gardens und Newtown

So ihr Lieben! Wird Zeit, dass ich Euch mein temporäres zu Hause mal näher vorstelle, zumal es so aussieht, als ob es länger mein zu Hause sein wird als angenommen....
Ja: ich werde länger bleiben, denn ich habe einen festen Job! 5 Tage die Woche (Mo-Fr) jeweils 14-19 Uhr...in Eva's Backpackers in Kings Cross an der Rezeption. Man war das ein Warten und Bangen...Heute hat Liz (die Managerin) endlich angerufen! Ich darf morgen zum Einarbeiten vorbei kommen!! Da werde ich dann vorraussictlich bis Januar arbeiten, gutes Geld verdienen und dann habe ich sage und schreibe noch 4 Monate Zeit (und auch das nötige Geld) um den ganzen Kontinent zu bereisen :)
Letzte Woche hatte ich so einen kleinen Tiefpunkt, weil neben Laundry und Kellnern wenig Zeit blieb um Dinge zu unternehmen und auch keine Besserung in Aussicht war...
Versteht mich nicht falsch! Ich habe hier eine wirklich großartge Zeit, aber wenn alle vom Reisen berichten und Photos zeigen und schwärmen und man hängt an einem und weiß nicht wie es ohne das nötige Kleingeld weitergehen soll...das ist ein komisches Gefühl. Immerhin fühlt sich das ganze hier schon nach Alltag an. Und das meine ich in einem ganz positiven Sinn. Man hat nicht das Gefühl ständig was Ausgefallenes unternehmen zu müssen, sondern man kann es auch einfach genießen das Viertel in dem man wohnt näher zu erkunden und Zeit dort zu verbringen. Und das gestaltet sich in meinem "Veedel" wirklich sehr angenehm.

Newtown



http://maps.google.com/maps?q=newtown+sydney&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hq=&hnear=Newtown+NSW,+Australia&ei=sKxFTPmcH5DcvQOtwpy5Ag&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=1&ved=0CCEQ8gEwAA"







http://en.wikipedia.org/wiki/Newtown,_New_South_Wales"

Newtown ist bunt, schrill, kunstvoll, schrullig, liebenswert - einfach gut! Bekannt für gutes Essen, alternative Läden, Straßenkunst, Schwulen- und Lesbenszene und nette Cafés und Bars. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wenn ich mich mal vom Trubel im Hostel oder dem geschäftigen Treiben auf der Kingstreet (der Hauptstraße) zurückziehen möchte, dann wandere ich eine Runde über den Camperdown Cemetery (http://en.wikipedia.org/wiki/Camperdown_Cemetery) und lasse mich danach mit meinem Buch und oder Musik im Ohr im angrenzenden Park nieder. Oder ich trinke einen Kaffee im Old Fish Café. Von da aus hat man alles im Blick und ich kann stundenlang dort sitzen und einfach nur die vorbeischlendernden Menschen bestaunen. In Newtown trägt man nämlich was einem gefällt...das ist herrlich abwechslungsreich und mitunter auch etwas verstörend ;)
Um euch einen Eindruck zu verschaffen füge ich mal ne kleine Bildergalerie ein:


Billabong Gardens - Pool, Sitzecke, Küche

Dienstag, 13. Juli 2010

Warten...

ich hasse warten. Warten ist das schlimmste! Ich hab Liz heute morgen ne mail geschrieben um nochmal wegen das Jobs nachzuhaken. Gestern hat mir Haico (der Manager meines Hostels) erzählt, dass er jemanden sucht und mich ernsthaft ins Auge gefasst hatte (was der Hammer ist, weil er eigentlich nie Backpacker einstellt - ich scheine ihn überzeugt zu haben...wahrscheinlich weil ich die Bettwäsche so schön ordentlich falte ;))...er habe nur Bedenken wegen der Tatsache, dass ich quasi eine Persönlichkeitsspaltung vornehmen müsste. Auf der einen Seite Gast, auf der anderen Angestellte...hab ihm versichert, dass ich das hinbekommen würde. Er meinte ich solle mal ne Nacht drüber schlafen und ihm dann Bescheid sagen. Mir war sofort klar, dass ich das machen würde, doch heute sagt er dann: sieht so aus als hätten wir wen gefunden für den Job,...Kacke! Ich musste mich echt schwer zusammenreißen nicht zu heulen, so enttäuscht war ich. Und auch ein bisschen wütend! Warum erzählt er mir das dann gestern überhaupt? Naja. Is gelaufen. Augen nach vorn, Kopf nach oben...und die mail von Liz abwarten. Ne kleine Chance auf ne Rezeptionsjob besteht ja noch...
Im Restaurant war gestern tote Hose! Geld verdient für 4 Stunden rumstehen und ein bisschen Bar putzen...warum gibts denn kein gesundes Mittelmaß? Entweder man weiß vor lauter Stress nicht mehr wo oben und unten ist oder man langweilt sich zu Tode? Kanns doch echt nicht sein...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Erschöpft...

Nachdem ich am Montag meine ersten selbstverdienten Dollar abgeholt habe (in Australien wird wöchentlich ausgezahlt und zwar am "PayDay"), bin ich erstmal in eine relatriv ruhige Woche gestartet. Die Wäscheberge halten sich in Grenzen und ins Restaurant muss ich nur Freitag und Samstag. Fein! Gestern aber bekam ich spontan einen Anruf von Liz, der Managerin von Eva's Backpackers in Kings Cross. Sie hätten demnächst einen Job an der Rezeption frei und ob ich immer noch interessiert sei...Klar! Vor lauter Freude und Aufregung hab ich gar nicht daran gedacht, dass es vielleicht nicht so klug ist ein Vorstellungsgespräch um 8.00 Uhr morgens zu vereinbaren, nachdem man von 4.30 bis 6.30h mit Halbfinale gucken beschäftigt ist. Aber in dem Moment dachte ich nur: wie schaff ich das bloß pünktlich zum "Wäsche-Dienst" wieder da zu sein?! Doofes Pflichtbewusstsein. ...Also bin ich gestern um 23 Uhr ins Bett gegangen, hab dann gegen 0.00h endlich schlafen können, und mir den Wecker auf 3.30 Uhr gestellt. Gut dass 80% des Zimmers Deutsche sind :) Völlig schlaftrunken sind wir dann in die Kneipe gewankt um unser Team gewinnen zu sehen...schade. Traurig und enttäuscht ging es dann zurück ins Hostel. Da hab ich mir dann mit Rouge etwas Leben ins Gesicht gezaubert und mich auf den Weg nach Kings Cross gemacht. Kings Cross ist das "Party- und Rotlichtviertel" von Sydney. Da wir es bisher noch nicht dorthin geschafft haben musste ich mir erstmal Orientierung verschaffen. Dank Stadtplan und der trotz der furchtbaren Uhrzeit auskunftsfreudigen Australier hab ich Eva's Backpacker aber schnell finden können. Das Hostel war mir gleich sympathisch und Liz, die mich zum Interview eingeladen hatte, auch. Als erstes wollte sie wissen, wie lange ich schon in Sydney bin und wie lange ich für sie mindestens arbeiten könne...Hundertausend Dinge gingen mir gleichzeitig durch den Kopf, denn kurz zuvor hab ich auf einem Zettel gelesen, dass sie jemanden für 8 Monate Minimum suchen...ich hab irgendwas von 3 Monaten gefaselt und dabei die ganze Zeit überlegt wie ich das Reisen und diesen perfekten Job unter einen Hut bekommen kann...Nach ca. 20 Minuten wirklich netten Gesprächs sagt Liz zu mir: Weißt Du was? Du hättest den Job schon in der Tasche wenn du länger hier bleiben könntest...oh mann. Danach hat sie mir noch ein bisschen das Haus gezeigt und dann haben wir uns verabschiedet. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken...sie meldet sich in den nächsten Tagen bei mir. Kaum zu Hause wartet die Laundry...sieht aber nicht so schlimm aus heute. Im Gegensatz zum Wetter: es ist grau, kalt und nieselt...Australien weint weil wir nicht im Finale sind!

Mittwoch, 30. Juni 2010

Jetzt geht’s los

Endlich endlich! Ich hab nen Job! So richtig mit Geld verdienen und so...Ich hab ein bisschen rum gejammert und mein Jammern wurde erhört! Linda kommt eines nachmittags von der Arbeit nach Hause und sagt: Rate mal wer am Samstag Probearbeiten darf? Yeah!! Sie arbeitet in einem großen italienischen Restaurant in Surry Hills als „Foodrunnerin“. Mehr wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Also hab ich letzten Samstag morgens wie jeden Morgen brav die Wäsche im Hostel gemacht (ich bin die“ Laundry Queen“- Wäsche waschen, trocknen und zusammen falten für freie Unterkunft) und kaum dass ich das letzte Kopfkissen zusammen gefaltet hatte gings auch schon los zum Probearbeiten. Das Restaurant ist leider ne ganze Ecke weg. Man fährt mit 2 Bussen und muss ca. ne Stunde früher los. Das ist aber alles egal: ich will Geld verdienen! Ich war ganz schön aufgeregt. Als wir im „Cine“ ankommen bin ich erstmal ziemlich geschockt über die tatsächliche Größe des Restaurants...Luke, der Manager, zeigt mir im Schnelldurchlauf alles und geht mit mir kurz die Speisekarte durch. Die erste Stunde stehe ich etwas verloren in der Gegend rum, aber dann geht’s plötzlich rund...Das ist echt unglaublich! Die Menschen stehen Schlange bis draußen, die Klingel an der „Essensausgabe“ bimmelt ununterbrochen und man weiß gar nicht ob man nun die Tische zuerst neu eindecken soll oder Essen an den Tisch bringen oder oder oder...Essen bringen ist sehr spannend. Der Koch sagt zwar immer dazu was er einem in die Hand drückt aber ich bin so beschäftigt mit dem Einprägen der Tischnummer und dem Überlegen wo genau dieser Tisch nochmal war, dass ich bis ich am Tisch bin vergessen habe, was genau ich da in der Hand halte. Gut ist immer wenn man Salat und Pizza oder Risotto und Penne hat. Erleichtert die Sache. Wenns dann allerdings zweimal Penne sind kann man nur hoffen, dass man Hühnchen oder Scampis drin entdeckt :) Irgendwann, am Ende meiner Kräfte und Nerven, frage ich Linda: „Sag mal, wie spät ist es eigentlich?“ „Willst du das wirklich wissen? 21.20h...“ Oh mann...wir rennen, schwitzen, putzen um die Wette. Irgendwann gibt es keine Gabeln mehr. Ich frage nach. Keine Ahnung. Ich frage den nächsten. Weiß nicht. Leute!! Das kann doch nicht sein. Irgendwo muss es doch Gabeln geben?! Ich frage Luke. Er sagt: Guck mal hinter der Bar. Ich frage den Mann an der Bar. Stumm zeigt er auf zwei große Eimer voller gespültem, unsortiertem und unpoliertem Besteck. Ich frage vorsichtig wer dafür zuständig ist. Er grinst und sagt: ich hatte keine Lust!!! Was?! Ich fange an zu polieren und trage händeweise Gabeln ins Restaurant. Was ein unorganisierter Haufen...endlich: um 23.30h sagt Luke: Linda, Katrin – you are off. Take some Pizza and a Beer if you like! Feierabend! Wow. Ich bin am Ende. 11,5 Stunden Arbeit liegen hinter mir. Dass ich dabei keinen Penny verdient hab, darüber darf ich gar nicht nachdenken sonst muss ich weinen...aber Adam (Manager2) sagt: Du darfst wiederkommen! So richtig darüber freuen kann ich mich in dem Moment noch nicht. Tot falle ich ins Bett. Doch heute, 4 Tage später, drückt mir Linda einen Zettel in die Hand: Freitag ab 17 Uhr, Sa und So ab 18 Uhr! Drei Schichten für mich! Ich werde Geld verdienen. Ich werde tot sein am Montag, aber ich werde wissen: Ich habe mein erstes Geld hier verdient!! Das wird ein gutes Gefühl – dessen bin ich mir sicher!

Sonntag, 20. Juni 2010

World Cup 2010

„Steht auf wenn ihr Deutsche seid!“ (Stand up if you're German) they roared to the tune of Go West by the Village People, and later „So ein Tag so wunderschorn (Sic!) wie heute, so ein Tag der durfte nie vergeh'n (What a wonderful day, may it never end)."
Was eine Kulisse. Was eine riesige Menschenmasse. Wahnsinn! Alles begann (abgesehen von der unchristlichen Zeit) so schön beim Riesenevent Deutschland gegen Australien im World Cup 2010.Die Straßen waren gelb-grün! Jeder Australier von oben bis unten in den Farben ihrer Socceroos gekleidet. Wilde Kostüme und Perücken, aufblasbare Plastik Kanguruhs, Fahnen, Wimpel – alles was das Fan-Herz begehrt. Im „Two-Dollar“-Shop erstehen wir Karnevalsschminke um wenigstens ein Deutschlandfähnchen im Gesicht zu haben. Gut gelaunt und voller Vorfreude starten wir dann um halb eins nachts in Richtung Hafen, da wir bereits beim Eröffnungsspiel die Erfahrung gemacht haben, dass das Fifa-Fan-Fest ziemlich schnell überlaufen ist und die Tore dann rigoros geschlossen werden. Also ab ins Taxi und los. 3,5 Stunden bis zum Anpfiff, müde, Pippi, kalt, ich will Bier (aber die Bar ist zu und mit rein nehmen darf man nix) – so in etwa lassen sich diese 3,5 Stunden zusammen fassen. Achja und: Isch hab Rücken und Füße...denn tapfer standen wir auf der Stelle um die erkämpften Plätze vor der großen Leinwand zu behalten. Volksfeststimmung! Die Australier voller Vorfreude, aufgeputscht durch die Medien glauben sie fest daran, dass heute alles möglich ist: sogar die Deutschen im Fußball zu besiegen...Freundlich weisen sie uns immer wieder darauf hin, dass es schön ist, dass wir da sind, aber das wir später nicht allzu enttäuscht sein sollen...fast glauben wir selbst schon dran. Dann endlich: 4.30 Uhr Sydney Ortszeit ist Anpfiff. Begeisterungsstürme, eine unglaublich motvierte australische Mannschaft und ein deutsches Team, dass erst nicht so richtig ins Spiel zu finden scheint und überrascht ist, von dem Druck den die Socceroos in den ersten 3 Minuten ausüben. Nach der ersten Torchance für Australien werde ich unsicher: sollten die vielleicht doch ein ernstzunehmender Gegner sein? Doch dann: GOOOOAAAL für Germany in der 8. Minute. Wir jubeln und schreien – und sind die einzigen...die gesamte grün-gelbe Menge ist verstummt! Ein gruseliges Gefühl. Von der totalen Euphorie zum Schockzustand oder von 100 auf 0 im Nullkommanix. „It''s not the end of the world. It's not even the end of the World Cup. But it certainly felt like it.“ So schreibt der Sydney Mornig Herald heute. Der Schockzustand hielt an, die Partystimmung weg. Bei jedem Tor unserer Jungs jubelten und sangen wir dennoch und erst bei 4. und letzten Tor ernteten wir ein enttäuschtes „Shut the f*** up“. Sonst waren die Australier aber faire Verlierer und so konnten wir in ausgelassener Stimmung ohne böse Kommentare oder ähnliches in den Bus nach Hause steigen, wo wir schon mit einem ausgelassenen: „So sehen Sieger aus – schalalala!“ begrüßt wurden...7.30h – Farbe aus dem Gesicht waschen und ab ins Bett. 11.25h: die Zimmertür geht auf. Cheffe steht im Zimmer und fragt laut: Don't we have a laundry queen today?! Verschlafen. Mist! Völlig fertig begebe ich mich in die Waschküche. Aber was solls: Germany 4 – Australien 0...hehe.! Schlaaaaaaaaaaaand!

Samstag, 19. Juni 2010

17th Biennale of Sydney and VIVID Macquarie Light Festival






Vivid

Die Oper von Sydney hat man ja schon auf vielen Bildern gesehen, aber so wie wir sie letzte Woche erleben durften, hab ich sie zumindest noch nie gesehen! Beim Vivid Festival werden berühmte und historische Gebäude entlang der Macquarie Street angeleuchtet. Aber nicht nur angeleuchtet. Es werden Bilder und Text auf sie projiziert. Das sieht wahnsinnig toll aus. Am Hafen gibt es einen Stand an dem man Willkommen geheißen wird, einen Flyer und eine „Gratis“-Taschenlampe in die Hand gedrückt bekommt (gut dass ich mir vor 'ner Woche auf dem Paddy's Market noch ne neue gekauft habe...oh mann). Hier starten wir und erleben zunächst die Oper in den ausgefallensten Farb-, und Musterkombinationen. Ein beeindruckendes Schauspiel. Haben wir vor in paar Tagen noch die Asiaten ausgelacht, die den ganzen Tag riesengroße Stative mit sich herumschleppen, so beneiden wir sie spätestens jetzt darum und die Asiaten haben Grund über uns zu lachen, denn wir versuchen so ziemlich alles was im Hafen herum steht oder liegt als Stativ zu benutzen um einigermaßen scharfe Photos hinzubekommen. Bei solchen Gelegenheiten wünsch' ich mir immer eine richtig gute Kamera! Dann laufen wir die Macqarie Street hinauf und finden ein beleuchtetes Objekt nach dem nächsten – eins schöner als das andere! Aber am beeindruckensten ist dann doch die St. Marys Cathedral! Bestimmt eine halbe Stunde lang sitzen wir verzaubert davor und bei jedem neuen Bild das erscheint denken wir: das ist jetzt ja noch schöner als das vorherige :)
Was ein schönes Festival! Nur schade, dass die Lichtshows nicht mit Musik unterlegt waren. Das wäre sicherlich ein noch beeindruckenderes Schauspiel gewesen.
Cockatoo IslandDann läuft zeitgleich noch die Biennale. Kunst wohin man schaut! Schön. Ich erzähle meinem Chef wie gerne ich nach Cockatoo Island (eine ehemalige Gefangeneninsel mit alten Industriehallen, Kränen und dergleichen, die als Veranstaltungsort der Biennale genutzt wird) möchte und frage ihn nach getaner Arbeit wie lange wohl die Fähre dahin braucht? Er meint das würde sich auf gar keinen Fall lohnen und ich solle mir doch morgen den Tag freinehmen und schon früh dorthin fahren. Der sonst als streng und ungerecht verschrieene Haico scheint ja doch ein Herz zu haben...super! Ein Tag ohne dreckige Bettlaken und Handtücher. Ich freue mich auf meinen Ausflug. Am nächsten Morgen gesellen sich noch Sarah und Stefan dazu. Wir packen ein paar Dinge zum Picknicken ein und machen uns auf den Weg. Das Wetter ist perfekt, die Fährenfahrt (gratis) ein Traum und gutgelaunt erreichen wir Cockatoo Island. Die Insel ist größer als ich gedacht habe und ausgestattet mit einem Plan und Infos zu den verschiedenen Künstlern, die in den einzelnen Hallen ausstellen starten wir unsere Erkundungstour. Von Videokunst bis hin zu Gemälden und Photos findet sich alles. Wirklich spannend wie die alten Industriehallen und Angestelltenhäuschen die halb verfallen, halb renoviert sind zusammen mit den Kunstgegenständen wirken. In einer Halle hängen blinkende Autos, in der nächsten findet sich ein aus Holz nachgebautes Hubbelteleskop zu dem man hochklettern und auf die Erde schauen kann, in einem Bunkerähnlichen Gebäude ein Video in dem ein Steptänzer mit Kotletts an Fäden mit zähnefletschenden Kampfhunden tanzt. Wir klettern über Metalltreppen, laufen durch Tunnelschächte und picknicken auf einer Wiese mit Blick in den Hafen. Ein super Tag!